Flavia Berger

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G2-27/ Häusliche Gewalt und Sucht: Umgang mit gewaltbetroffenen und -ausübenden Personen

 

Häusliche Gewalt und Sucht sind eng verknüpft. Substanzkonsum kann Konflikte verschärfen. Gewalterfahrungen beeinflussen wiederum den Umgang mit Substanzen. Neben Alter, sozioökonomischem Status und Substanzkonsumkönnen auch belastende Kindheitserfahrungen (Adverse Childhood Experiences, ACEs) – wie etwa körperliche und sexuelle Misshandlung – das Risiko erhöhen, sowohl häusliche Gewalt auszuüben als auch selbst davon betroffen zu sein. Gleichzeitig sind diese Faktoren wiederum Risikofaktoren für die Entwicklung von Abhängigkeitserkrankungen.

Für Suchtfachpersonen ist es deshalb wichtig, beide Themenbereiche im Blick zu halten und als Dualproblematik gemeinsam zu betrachten. Diese Zusammenhänge zu kennen, hilft Suchtfachpersonen, Gewalt anzusprechen und passende Unterstützung einzuleiten. Die Fortbildung beleuchtet sowohl die Beratung von Menschen, die häusliche Gewalt erleben, und den Umgang mit Tatpersonen, die Gewalt ausüben.

Die zweiteilige Fortbildung beleuchtet unterschiedliche Perspektiven und Anforderungen an die Beratung: Am ersten Halbtag steht der Umgang mit gewaltbetroffenen Personen im Mittelpunkt, am zweiten Halbtag die Arbeit mit gewaltausübenden Personen.

 

Modul 1: Umgang mit gewaltbetroffenen Personen in der Suchthilfe

Donnerstag, 18. Februar 2027 in Bern

Das erste Modul der Fortbildung widmet sich der Frage, wie Suchtfachpersonen Betroffene von häuslicher Gewalt erkennen, ansprechen und gewaltbetroffene Personen in der Suchtberatung unterstützen können. Im Fokus stehen eine unterstützende Gesprächsführung, Fragen der Sicherheit sowie Möglichkeiten, Betroffene an geeignete Beratungs- und Schutzangebote zu vermitteln. Die Situation betroffener Kinder steht im Fokus.

Inhalte

  • Einführung zu Kennzahlen häuslicher Gewalt, Gewaltspirale und verschiedene Konstellationen von Abhängigkeitserkrankungen und häuslicher Gewalt
  • Wie können Suchtfachpersonen Hinweise auf häusliche Gewalt erkennen und das Thema behutsam ansprechen?
  • Was ist zu beachten, wenn Ihnen eine betroffene Person von Gewalterfahrungen berichtet und wie können Sie die Situation angemessen einschätzen?
  • Wie wirkt sich Häusliche Gewalt auf Kinder aus und wie gehen Sie als Suchtfachperson mit Kindern als Opfer von Häuslicher Gewalt um?
  • Welche Anlaufstellen sind zuständig für gewaltbetroffene Personen?

Referentin 

Ines Bürge leitet seit 2020 das Frauenhaus Bern der Stiftung gegen Gewalt an Frauen* und Kindern. Davor war sie als Vollzugsleiterin Spezial- und Massnahmenvollzug der Justizvollzugsanstalt Hindelbank tätig. Mit der langjährigen Arbeit als dipl. Sozialarbeiterin und Leiterin in der niederschwelligen Suchthilfe weist sie einen breiten Erfahrungsschatz in diesem Gebiet auf.


 

Modul 2: Umgang mit gewaltausübenden Personen in der Suchthilfe

Freitag, 26. Februar 2027, online

Das zweite Modul der Fortbildung richtet den Blick auf Menschen, die sowohl an einer Abhängigkeitserkrankung leiden als auch Gewalt ausüben. Im Zentrum steht die Frage, wie Suchtfachpersonen die Gewaltausübung ansprechen und mit einer entsprechenden Offenlegung umgehen können. Folgende Fragestellungen werden bearbeitet:

  • Welche Faktoren tragen dazu bei, häusliche Gewalt auszuüben?
  • Inwiefern beeinflussen Substanzkonsum und Abhängigkeitserkrankungen die Ausübung von häuslicher Gewalt?
  • Wie kann ich einer Person mit einer Abhängigkeitserkrankung erleichtern, eigene Gewaltausübung zu reflektieren und anzusprechen?
  • Wie gehe ich damit um, wenn eine Person eigene Gewaltausübungen thematisiert und wie schätze ich diese ein?
  • Wo gibt es Gemeinsamkeiten in der Bearbeitung von Abhängigkeitserkrankungen und häuslicher Gewalt?
  • Was ist meine Rolle als Suchtfachperson im Umgang mit gewaltausübenden Personen und wann ist es angezeigt, die Person an eine spezialisierte Institution zu triagieren?

Lernziele

  • Die Teilnehmenden verstehen die Zusammenhänge und die Komplexität der Dualproblematik.
  • Sie lernen Hinweise auf häusliche Gewalt zu erkennen.
  • Sie gewinnen mehr Sicherheit im Umgang mit gewaltbetroffenen und gewaltausübenden Personen, indem Sie lernen sowohl Gewalterfahrung als auch Gewaltausübung anzusprechen und wissen, wie sie auf diese reagieren können..
  • Sie erkennen die Grenzen ihres eigenen Beratungsauftrags und wissen, wo sie geeignete spezialisierte Unterstützungsangebote einbeziehen können.

 

Referentin

May Beyli leitet die Fachstelle Forensic Assessment & Risk Management (FFA) der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich. Gemeinsam mit ihren psychologischen und psychiatrischen Kolleg:innen unterstützt sie die Zürcher Polizeibehörden, die Staatsanwaltschaften und die allgemeinpsychiatrischen Kliniken im Umgang mit gewaltbereiten Personen. Als Fachpsychologin für Rechtspsychologie und Psychotherapie durfte sie Erfahrungen in den verschiedensten Bereichen sammeln, wobei sie sich vor allem auf Risikoeinschätzungen in unterschiedlichen Bereichen und Psychotherapie in diversen Settings spezialisierte.

 

Zielgruppe

Die Fortbildung richtet sich an Fachpersonen der Suchtberatung sowie der ambulanten, teilstationären und stationären Suchttherapie.

Therapeutische Ansätze können nicht in der Tiefe geübt oder besprochen werden, da die Sensibilisierung für die Dualproblematik sowie erste Hilfestellungen sowie die Triage zu anderen spezialisierten Fachstellen im Vordergrund stehen.

Die Teilnehmenden sind dazu eingeladen, eigene Fallbeispiele und Themenwünsche bis 15. Januar 2027 einzureichen. Wo möglich und sinnvoll, wird in der Fortbildung (evtl. in verallgemeinerter Form) darauf eingegangen. Es gibt keinen Anspruch darauf, dass alle eingereichten Fallbeispiele und Themenschwerpunkte bearbeitet werden.

 

Weiterführende Informationen

G2-27 Sucht und Gewalt Ausschreibung als Pdf

Datum und Ort

Modul 1: Donnerstag, 18. Februar 2026 in Bern, vatter Business Center, Bärenplatz 2, 3011 Bern
Modul 2: Freitag, 26. Februar 2027 online
jeweils von 09:15 bis 12:30 Uhr

Kosten

275.– Fr. für Mitglieder des Fachverbands Sucht
412.50 Fr. für Nicht-Mitglieder


Anmeldung

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Veranstaltungsinformationen


Datum
18.02.27
26.02.2027

Veranstalter
Fachverband Sucht

Ort
Bern / online

Typ
Fortbildungen

Kosten
275.– Fr. für Mitglieder des Fachverbands Sucht
412.50 Fr. für Nicht-Mitglieder

Anmeldungen
1 / 25

Anmeldeschluss
18.01.27