N4-26 / Neurobiologie der Sucht – Zugrunde liegende Mechanismen und neuartige Therapieansätze aus wissenschaftlicher Perspektive
Jahrzehntelang konzentrierte sich die Forschung zu Substanzkonsumstörungen und zu deren pharmakologischen Behandlung auf das Dopaminsystem. Dopamin ist ein zentraler Neurotransmitter des Belohnungssystems im Gehirn, dessen Regulation bei Substanzkonsumstörungen gestört scheint. Dieser Erklärungsansatz hat bisher jedoch nicht zur Entwicklung von wirksamen pharmakologischen Behandlungen für Substanzkonsumstörungen geführt. Inzwischen sind zusätzlich weitere neurobiologische Prozesse bekannt, die beim Substanzkonsum und bei Substanzkonsumstörungen eine zentrale Rolle spielen. In dieser Fortbildung werden verschiedene neurobiologische Erklärungsmodelle für die Entwicklung von Substanzkonsumstörungen auf Grundlage aktueller Forschungsergebnisse vorgestellt – einschliesslich ihrer Stärken, Grenzen und offenen Forschungsfragen.
Aktuell gibt es zudem vielversprechende Ergebnisse aus Studien zur Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen mit (atypischen) Psychedelika. Vor diesem Hintergrund werden wir in dieser Fortbildung die therapeutischen Effekte und potenzielle Risiken von Psychedelika, MDMA und Ketamin aus wissenschaftlicher Perspektive diskutieren. In einem weiteren Teil wollen wir auf die neuesten wissenschaftlichen Entwicklungen bei nicht-pharmakologischen Behandlungsansätzen, wie z.B. transkranielle Magnetstimulation und Neurofeedback-Training, eingehen.
Die wissenschaftlichen Inhalte werden durch Präsentationen und Diskussionen vermittelt. Zudem werden die wissenschaftlichen Beiträge mittels Videoausschnitten mit Forschenden, Studienteilnehmer:innen und Patient:innen vertieft. Der Transfer der wissenschaftlichen Inhalte in den klinischen Alltag wird vor allem durch den Austausch in Kleingruppen und Diskussionen in der ganzen Gruppe gefördert, während keine konkreten Praxisanleitungen gegeben werden.
Insgesamt werden in dieser Fortbildung die wichtigsten Kenntnisse zu den neurobiologischen Prozessen bei Substanzkonsumstörungen differenziert dargestellt und kritisch diskutiert. Des Weiteren wird der aktuellste Forschungsstand zu neuartigen (nicht-)pharmakologischen Therapieansätzen vorgestellt.
Lernziele
Die Teilnehmenden
- verfügen über die wichtigsten Grundlagen zu neurobiologischen Mechanismen von psychoaktiven Substanzen
- verstehen, welche Vorgänge im Gehirn bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung einer Abhängigkeit eine Rolle spielen
- verstehen, welchen Nutzen das neurobiologische Verständnis von Abhängigkeitserkrankungen für die Behandlung von Betroffenen hat
- erhalten einen Überblickblick zur aktuellen wissenschaftlichen Evidenz zu neuen Behandlungsansätzen von Substanzkonsumstörungen
Zielgruppe
Diese Fortbildung richtet sich an Fachpersonen, die in der Suchthilfe und Suchtprävention tätig sind und sich für die Vorgänge im Gehirn bei der Einnahme von psychoaktiven Substanzen oder bei der Entwicklung einer Abhängigkeit interessieren.
Referentinnen
Dr. phil. Nathalie Rieser, PostDoc / Forscherin in der Arbeitsgruppe «Pharmaco-Neuroimaging and Cognitive-Emotional Processing» an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich und am „Center for Psychedelic & consciousness Research“ an der John Hopkins Universität
Dr. phil. Etna Engeli, PostDoc / Forscherin in der Arbeitsgruppe «Addictive Disorders» des Zentrums für Abhängigkeitserkrankungen der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich
Weiterführende Informationen
Ausschreibung Neurobiologie der Sucht als Pdf
Kursdatum
Dienstag, 22. September 2026
09:15 bis 17:00 Uhr
Ort
Volkshaus (1. OG, Grüner Saal)
Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich
Kosten
220.- Fr. für Mitglieder des Fachverbands Sucht
330.- Fr. für Nicht-Mitglieder
Teilnahmebedingungen
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Datum
22.09.26
Veranstalter
Fachverband Sucht
Ort
Zürich
Typ
Fortbildungen
Kosten
220.- Fr. für Mitglieder des Fachverbands Sucht
330.- Fr. für Nicht-Mitglieder
Anmeldungen
0 / 30
Anmeldeschluss
21.08.26
