Social Media für Kinder und Jugendliche verbieten?
01.09.2026 / Soll der Zugang zu Social Media für Kinder und Jugendliche eingeschränkt oder verboten werden? Und welche Verantwortung tragen digitale Plattformen und die Unternehmen dahinter? Diese Fragen werden derzeit in mehreren Ländern intensiv diskutiert - politisch, gesellschaftlich und auch vor Gericht.
Der Konzern Meta, zu dem u.a. Instagram gehört, einigte sich vor wenigen Tagen mit mehreren US-Bundesstaaten auf eine Vergleichszahlung von über 16 Mia. Dollar als Wiedergutmachung für die suchtfördernden Mechanismen und Probleme, die Instagram bei Kindern und Jugendlichen verursacht.
Anfang August beschloss Frankreich ein Gesetz, das Jugendlichen unter 15 den Social-Media-Zugang verbieten sollte. Doch bereits wenige Tage später stoppte das Verfassungsgericht das Vorhaben: Das Verbot verletze die Meinungsfreiheit, und die rechtlichen Garantien für den Altersnachweis seien unklar. Ein solches Verbot hätte nämlich erfordert, dass sich alle Nutzer:innen – auch Erwachsene – ausweisen müssten, um Plattformen weiterhin nutzen zu können.
Auch in der Schweiz wird über mögliche Einschränkungen diskutiert. Der Ständerat hat im März 2025 zwei entsprechende Postulate angenommen (24.4592, 24.4480). Der Bundesrat prüft derzeit, mit welchen Massnahmen Kinder und Jugendliche besser vor den negativen Auswirkungen sozialer Medien geschützt werden können und welche Rolle dabei Zugangsbeschränkungen für unter 16-Jährige spielen könnten.
Die «Expert:innengruppe Onlinesucht», unterstützt vom Fachverband Sucht und GREA, setzt sich ebenfalls mit der aktuellen Debatte auseinander. Sie erarbeitet derzeit ein Haltungspapier, das Verbote und Zugangsbeschränkungen bei digitalen Plattformen aus fachlicher Perspektive einordnet. Das Papier wird voraussichtlich im Herbst 2026 veröffentlicht.
