Weniger ist besser: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Alkohol
03.03.26 / Der Forschungsstand zu Alkoholkonsum und Gesundheit hat sich in den letzten Jahren wesentlich weiterentwickelt. Mit ihren aktuellen Publikationen hat die Eidgenössische Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (EKSN) die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse aufgearbeitet und für Fachwelt und Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die zentrale Botschaft ist klar: Weniger ist besser.
Die ausgewerteten Studien bestätigen und präzisieren bisherige Erkenntnisse:
- Alkohol ist eine toxische, psychoaktive und abhängig machende Substanz.
- Er steht in Zusammenhang mit einer Vielzahl von Erkrankungen.
- Auch geringe Konsummengen sind mit Gesundheitsrisiken assoziiert, insbesondere im Hinblick auf verschiedene Krebsarten.
- Frühere Annahmen zu möglichen protektiven Effekten moderaten Konsums gelten aus heutiger Sicht als methodisch nicht ausreichend belegt.
Der Fachverband Sucht begrüsst diese differenzierte und evidenzbasierte Einordnung. Alkohol ist nach wie vor die am häufigsten konsumierte psychoaktive Substanz in der Schweiz. Der Konsum ist gesellschaftlich verbreitet und kulturell verankert. Trinkentscheidungen werden im Alltag jedoch häufig auf der Grundlage sozialer Konventionen oder von Herstellerinformationen getroffen – und nicht auf Basis unabhängiger wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Alkoholkonsum ist und bleibt eine individuelle Entscheidung. Damit sie verantwortungsvoll getroffen werden kann, sind transparente, sachliche und breit zugängliche Informationen über die gesundheitlichen Risiken unerlässlich. Die EKSN schafft hierfür mit ihren Publikationen eine fundierte Grundlage.
Um die Wirkung dieser Erkenntnisse zu entfalten, braucht es eine nationale Informations- und Sensibilisierungskampagne. Die aktualisierten wissenschaftlichen Grundlagen müssen verständlich und breit kommuniziert werden, damit sie im Alltag Orientierung bieten können. Nur wenn evidenzbasierte Informationen die Bevölkerung erreichen, können sie informierte Entscheidungen ermöglichen und einen nachhaltigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit leisten.
Weitere Informationen
Die Berichte «Alkohol und Gesundheit: Stand der Kenntnisse» und «Alkoholkonsum: Weniger ist besser» finden Sie auf der Webseite der EKSN.
