Häusliche Gewalt und Sucht: Empfehlungen an Fachverbände, Institutionen, Politik und Verwaltung

25.03.26 / Häusliche Gewalt und Sucht treten häufig gemeinsam auf, werden jedoch oft nicht gleichzeitig erkannt oder thematisiert. Beide Themen sind gesellschaftlich stark stigmatisiert und werden oft aus Scham, Angst oder Loyalitätskonflikten verschwiegen. Gerade ihre wechselseitige Verstrickung bleibt dabei häufig unerkannt – mit gravierenden Folgen für Betroffene.

Aktualisierung der Empfehlungen nach zehn Jahren

Bereits 2015 wurden erstmals Empfehlungen zur Dualproblematik Häusliche Gewalt und Sucht veröffentlicht. Diese wurden nun überarbeitet und an aktuelle Erkenntnisse und Bedürfnisse aus der Praxis angepasst. Grundlage der Überarbeitung bilden eine Bedarfserhebung mit über 100 Fachpersonen und Organisationen sowie die Ergebnisse einer Vernetzungsveranstaltung zum Thema.

Die aktualisierten Empfehlungen richten sich an Fachpersonen und Organisationen aus der Suchthilfe, der Opfer- und Gewaltberatung sowie an Fachverbände, Politik und Verwaltung. Ziel ist es, die Sensibilisierung für die Zusammenhänge zwischen Sucht und Häuslicher Gewalt zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachbereichen zu fördern.

Zusammenarbeit, Vernetzung und Früherkennung stärken

Die Empfehlungen betonen insbesondere die Bedeutung einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Suchthilfe, Opfer- und Gewaltberatung sowie einer systematischen Vernetzung der beteiligten Institutionen. Ebenso zentral sind die Sensibilisierung und Weiterbildung von Fachpersonen sowie die Stärkung der Früherkennung der Dualproblematik. Auch ein koordiniertes Vorgehen zwischen Institutionen, Fachverbänden und Behörden sowie eine ausreichende Finanzierung entsprechender Massnahmen sind wichtige Voraussetzungen.

Erarbeitet wurden die Empfehlungen vom Fachverband Sucht gemeinsam mit der Dachorganisation Frauenhäuser Schweiz und Liechtenstein (DAO), solvio – Schweizerischer Dachverband für Gewaltprävention, der Schweizerischen Konferenz gegen Häusliche Gewalt (SKHG) und der Schweizerischen Opferhilfekonferenz (SVK-OHG). Das Projekt wurde vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitfinanziert.

Die aktualisierten Empfehlungen stehen ab sofort online zur Verfügung.

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