Häusliche Gewalt und Sucht

Häusliche Gewalt und der Konsum von Substanzen treten sehr oft gemeinsam auf. Die Behandlung der Opfer und der Täterinnen und Täter ist aber schwierig: Spezialisierte Fachstellen gibt es kaum, und die Fachpersonen der Sucht-, der Opfer- und der Täter- und Täterinnen-Beratung wissen noch zu wenig, wie sie mit Betroffenen umgehen können.

Stand der Dinge

2013 hat das Bundesamt für Gesundheit die Studie «Gewalt in der Partnerschaft und Alkohol» publiziert. Die Studie umfasste wichtige Erkenntnisse: Zum einen gab sie Auskunft über die Häufigkeit und die Form, in der die Dualproblematik Häusliche Gewalt und Sucht auftritt. Und sie zeigte, wo und wie Betroffene beraten werden, und wo es diesbezüglich Mängel gibt.

Zum anderen wies die Studie darauf hin, dass die Fachpersonen der Sucht-, der Opfer- und der Täter- und Täterinnen-Beratung sehr wenig wissen über die Dualproblematik, und dass die drei Fachbereiche untereinander kaum vernetzt sind. Sie machte zudem deutlich, dass die Fachstellen in der Regel keine Richtlinien kennen für den Umgang mit Betroffenen. Entsprechend fehlen den Fachleuten Handlungsanweisungen und Informationen, die sie bei der Beratung oder Therapie unterstützen und leiten. Nicht zuletzt stellte die Studie fest, dass es keine Fortbildungen zum Thema Häusliche Gewalt und Sucht gibt.

Der Fachverband Sucht wappnet Fachpersonen im Umgang mit der Dualproblematik

Mit dem Ziel, die Fachstellen und Fachleute besser zu wappnen für den Umgang mit der Dualproblematik, hat der Fachverband Sucht 2013 ein mehrjähriges Projekt lanciert. Damit er nicht nur Suchtfachleute, sondern alle betroffenen Fachleute erreicht, hat er eng mit der Schweizerischen Konferenz gegen Häusliche Gewalt zusammengearbeitet.

Im Verlauf des Projekts haben die beiden Organisationen je eine Übersicht über bestehende Projekte und Programme sowie bestehende Kooperationen erarbeitet, die allen Interessierten zur Verfügung stehen. Sie haben mehrere Fachveranstaltungen für Fachpersonen der Sucht-, der Opfer- und der Täter- und Täterinnen-Beratung durchgeführt und damit einen entscheidenden Beitrag zu deren Vernetzung geleistet. Gemeinsam mit Fachpersonen aus allen drei Bereichen haben sie Empfehlungen zur Verbesserung der Versorgung Betroffener erarbeitet. Und seit 2016 unterstützen und begleiten sie regionale Fortbildungsveranstaltungen zum Thema. Im Herbst 2017 evaluieren sie die bisherigen Tätigkeiten und prüfen, ob weiterer Handlungsbedarf besteht.

Arbeitsergebnisse des Fachverbands Sucht

Studie Gewalt in der Partnerschaft und Alkohol

Empfehlungen des Fachverbands Sucht zu Häusliche Gewalt und Alkohol

Übersicht Kooperationsprojekte

Übersicht Projekte Beratung und Therapie

Übersicht Institutionen Sucht-, Opfer- und TäterInnenberatung

Faktenblatt des EBG zu Häusliche Gewalt und Alkohol