Suchtpolitik

Die Schweizer Suchtpolitik ist ein Sammelsurium verschiedener Politiken, die nebeneinander existieren und Alkohol, Tabak, illegale Drogen und Geldspiele unterschiedlich regeln. Diese Politiken sind historisch gewachsen und von verschiedenen Strömungen geprägt – und deshalb reich an Widersprüchen. Fachlich ist die unterschiedliche gesetzliche Handhabung vor allem von legalen und illegalen Drogen nicht legitimierbar.

Von der substanzspezifischen Politik zur Suchtpolitik

Die Alkohol-, Tabak-, Drogen- und Geldspielpolitik der Schweiz sind in unterschiedlichen sozial-, gesundheits-, sicherheits- und wirtschaftspolitischen Kontexten entstanden. Eine übergeordnete, d.h. substanz- und angebotsunabhängige Suchtpolitik existiert nicht: Produktion, Handel und Konsum von Alkohol, Tabak, illegalen Drogen und Geldspielen sind in je eigenen Gesetzgebungen geregelt, die je einer eigenen Logik folgen. Diese Politiken sind zum Teil widersprüchlich und aus fachlicher Sicht nicht nachvollziehbar.

Seit einigen Jahren arbeiten verschiedene Akteure in Richtung eines übergreifenden Politikansatzes. Davon zeugen die jüngeren Publikationen der Eidg. Kommission für Suchtfragen («ehemals Eidg. Kommission für Drogenfragen»), die Nationale Strategie Sucht des Bundesamts für Gesundheit sowie die Erklärung von Ascona. Letztere wurde von rund 100 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie Fachpersonen und Konsumierenden im Jahr 2016 erarbeitet und formuliert Grundsätze für eine moderne Suchtpolitik.

Der Fachverband Sucht unterstützt diese Bestrebungen und setzt sich auf fachlicher und politischer Ebene für eine widerspruchsfreie und fachlich fundierte Suchtpolitik ein. Er hat massgeblich am Bericht Herausforderung Sucht sowie an der Erklärung von Ascona mitgearbeitet und sich sehr engagiert bei der Entwicklung der Nationalen Strategie Sucht.

Arbeitsergebnisse des Fachverbands Sucht

Die Strategie 2016 – 2021 des Fachverbands Sucht gibt Auskunft über die Vision und das Selbstverständnis des Verbands. Zudem hält es sechs Strategien fest, mit denen die Vision erfüllt werden wird. Der Fachverband Sucht hat die Strategie 2014/15 unter Einbezug seiner Mitglieder erarbeitet.

Strategie des Fachverbands Sucht

 

2014 hat der Bundesrat im Kontext seines Programms «Gesundheit 2020» entschieden, die Gesundheitsförderung und die Vorbeugung von Krankheiten zu intensivieren. Er hat das Bundesamt für Gesundheit BAG damit beauftragt, gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen bis 2015 eine Nationale Strategie Sucht und bis 2016 die dazugehörenden Massnahmenpläne für deren Umsetzung zu erarbeiten. Gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Fachgruppen hat der Fachverband Sucht eine umfassende Stellungnahme zur Strategie Sucht erarbeitet.

Stellungnahme des Fachverbands Sucht zur Nationalen Strategie Sucht

 

Mit seiner Agenda «Gesundheit 2020» will der Bundesrat in Zukunft die Gesundheitsförderung und Krankheitsvorbeugung intensivieren. Das BAG ist 2014 deshalb beauftragt worden, gemeinsam mit seinen Partnern eine Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten zu entwickeln. Gemeinsam mit seinen Fachgruppen der Suchtprävention hat der Fachverband Sucht eine Stellungnahme zur Strategie nichtübertragbare Krankheiten erarbeitet.

Stellungnahme des Fachverbands Sucht zur Nationalen Strategie nichtübertragbare Krankheiten

 

Am 30. November 2008 haben die Schweizer Bürgerinnen und Bürger die Teilrevision des Betäubungsmittelgesetzes angenommen. Damit wurde die erfolgreiche Viersäulen-Drogenpolitik der Schweiz gesetzlich verankert. Trotzdem dauert die drogenpolitische Debatte auch fünf Jahre nach diesem Moment an, und die Drogenprobleme konnten nicht alle gelöst werden. Wir sind also weiterhin gefordert, uns für eine wirksame Drogenpolitik einzusetzen, die es versteht, die Ansprüche an Gesundheit und soziale Integration sowie Sicherheit, Solidarität und Föderalismus in Einklang zu bringen. (11.2014)

Medienmitteilung «Fünf Jahre nach der Teilrevision des Betäubungsmittelgesetzes: eine Bilanz»

Beitrag Marina Carobbio, Präsidentin NAS, Nationalrätin SP (TI)

Beitrag Jakob Huber, Geschäftsleiter Contact Netz Bern und Manuel Willi, Chef Regionalpolizei Ber

Beitrag Toni Berthel, FMH und SSAM Beitrag Jean-Félix Savary, Generalsekretär GREA
 

Weiterführende Informationen

SuchtAkademie 2016: Erklärung von Ascona. 10 Grundsätze für eine moderne Suchtpolitik

Bundesamt für Gesundheit: Nationale Strategie Sucht

Bundesamt für Gesundheit: Nationale Strategie nichtübertragbare Krankheiten

Eidg. Kommission für Drogenfragen: Herausforderung Sucht. Grundlagen eines zukunftsfähigen Politikansatzes für die Suchtpolitik in der Schweiz - Langversion

Eidg. Kommission für Drogenfragen: Herausforderung Sucht. Grundlagen eines zukunftsfähigen Politikansatzes für die Suchtpolitik in der Schweiz - Kurzversion

Eidg. Kommission für Drogenfragen: Sind Drogen gefährlich? Gefährlichkeitsabschätzungen psychoaktiver Substanzen.