Geldspielgesetz

2018 wurde ein neues Geldspielgesetz angenommen. Der Geldspielmarkt wurde geöffnet und seit Sommer 2019 sind in der Schweiz auch Online-Geldspiele zugelassen. Der Fachverband Sucht setzt sich in der Umsetzung des neuen Geldspielgesetzes für wirksame Massnahmen zum Schutz der Spielerinnen und Spieler ein – vor allem auch bei Online-Geldspielen.

Wichtigste Neuerungen des Geldspielgesetzes

Im Folgenden werden die wichtigsten Neuerungen des Geldspielgesetzes festgehalten:

Marktöffnung für Online-Geldspiele
Das Gesetz öffnet den Geldspielmarkt für Online-Geldspiele. Seit Juli 2019 dürfen Schweizer Casinos auch Online-Casinospiele anbieten. Auch die beiden Landeslotterien, Swisslos und die Loterie Romande, haben Online-Spiele im Angebot.

Jugendschutz
Das Gesetz sieht eine Altersbegrenzung von 18 Jahren für alle Casinospiele, auch Online-Spiele, vor. Für Lotterie-Spiele gilt ein Mindestalter von 16 Jahren. Anbieter von «automatisiert durchgeführten Lotterien» müssen neu eine Zugangskontrolle einrichten und gewährleisten, dass diese Lotterie-Spiele nicht von unter 16-Jährigen gespielt werden. Bei den «automatisiert durchgeführten Lotterien» handelt es sich vor allem um «Tactilos», die in der Suisse Romande sehr präsent, in der Deutschschweiz nicht vorhanden sind.

Finanzierung der Prävention und Behandlung
Das Gesetz verpflichtet die Kantone, Massnahmen zur Prävention von exzessivem Geldspiel zu ergreifen sowie Beratungs- und Behandlungsangebote für spielsuchtgefährdete und spielsüchtige Personen und für deren Umfeld anzubieten.

Im neuen Geldspielgesetz werden zudem wichtige Errungenschaften festgehalten, die für den Schutz der Spielerinnen und Spieler sehr wichtig sind. Dazu gehört die Verpflichtung der Casinos, ein Sozialschutzkonzept zu installieren und spielsüchtige Spielerinnen und Spieler zu sperren. Zudem wird die Spielsucht neu als Krankheit anerkannt.

Stand des Geschäfts

National- und Ständerat haben das neue Geldspielgesetz im Herbst 2017 verabschiedet. Darauf haben verschiedene Jungparteien das Referendum ergriffen. Am 10. Juni 2018 wurde das neue Geldspielgesetz mit 72.9% Ja-Stimmen vom Volk angenommen.

Parallel zum Abstimmungskampf lief die Vernehmlassung zur Verordnung zum Geldspielgesetz. Die Verordnung präzisiert unter anderem, die Massnahmen zur Prävention der Geldspielsucht und zum Schutz der Spielerinnen und Spieler. Der Fachverband Sucht hat dazu Stellung genommen. 2019 sind Gesetz und Verordnung in Kraft getreten.

Weiterführende Informationen

Im Verlauf des Gesetzgebungsprozesses hat der Fachverband Sucht eine Fülle von Informationen und Unterlagen erarbeitet. Die wichtigsten stellen wir Ihnen hier gerne zur Verfügung:

Ausführliches Argumentarium des Fachverbands Sucht (8. Juli 2014)

Vernehmlassungsantwort des Fachverbands Sucht zum Geldspielgesetz (7. Juli 2014)

Factsheet des Fachverbands Sucht z. Hd. des Nationalrats (5. September 2017)

Musterstellungnahme Sucht-Fachverbände Geldspielverordnung (2. Mai 2018)


Medienmitteilungen des Fachverbands Sucht

Der Bundesrat schwächt den Schutz der Spielerinnen und Spieler (8. November 2018)Keine Lotterieautomaten in der Deutschschweiz und im Tessin (15. Oktober 2018)Koalition zum Schutz der Spielerinnen und Spieler lehnt Referendum gegen Geldspielgesetz ab (28. März 2018)Referendum gegen Geldspielgesetz: Koalition zum Schutz der Spieler wartet Konkretisierung des Gesetzes ab (10. Oktober 2017)

Geldspielgesetz: Der Nationalrat entscheidet weder visionär noch verantwortungsbewusst (5. März 2017)

Geldspielgesetz: Rechtskommission schiesst IP-Blocking ab (13. Januar 2017)

 

Offizielle Informationen und Unterlagen

Auf der Website des Bundesamts für Justiz finden Sie ausführliche Informationen dazu, wie und warum das neue Geldspielgesetz entstanden ist:

Webseite Bundesamt für Justiz zum Geldspielgesetz

Bundesgesetz über Geldspiele